Das Dosierte Leben
Zeitgeist
Die Kübelregatta (von Betty Luger)

Manchmal gibt es Tage, an denen ist einfach alles "außergewöhnlich", vor allem die banalsten Dinge des Alltags erscheinen einem plötzlich als die faszinierernsten Dinge auf diesem Planeten. Genauso einem "Tag" ist es zu verdanken, dass sechs junge Leute sich zu einem Team zusammen schlossen und einer etwas "verrückten" Idee zur Verwirklichung verhalfen.


 
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Bei einem Spaziergang am Ufer des Rheins in Feldkirch, schlenderten drei junge Leute dem "Illspitz" entgegen, als eine Plastikflasche gemütlich an Ihnen vorbei geschwemmt wurde. Plötzlich wurde eine der drei von einem gewaltigen Geistesblitz getroffen: "Plastikflaschen schwimmen so gut, dass man aus Ihnen ein tolles Boot bauen könnte.". Die anderen zwei schauten sie ganz verdutzt an und dachten sich Ihren Teil.
Bei einer gemütlichen Runde in einem Pub wurde der Rest der Clique eingeweiht, und es wurde beschlossen den Plan in die Tat umzusetzen. Fleißig wurden Plastikflaschen ausgetrunken, gesammelt und in der ganzen Nachbarschaft zusammen getragen bis die "gesammelten Werke" eine ganze Garage ausfüllten.

Bevor die Bauphase los ging stand man vor einem physikalischen Problem: "Woher den Auftrieb nehmen, wenn nicht stehlen?". Nach etlichen "Hin und Her´s" kam man schließlich auf den Entschluss Schläuche von PKW-Reifen zu verwenden. Eifrig wurden alle Reifenhändler der Region abgeklappert und um "Spenden" gebeten.


Bald musste man feststellen, dass man zwar genügend Flaschen und Schläuche zur Verfügung hatte, jedoch es immer noch nicht klar war, wie man diese aneinander befestigen kann, sodass sie auch einem gewissen Wasserdruck bzw. Ladekapazität standhalten können. Nach etlichen Testphasen in diversen Badewannen kam man schließlich zu dem Entschluss, dass PU-Schaumstoff der ideale Baustoff war.



Nun ging es los, die Bauphase hatte Ihren Anfang. Zuerst wurde eine Holzkonstruktion aus alten Holzlatten zusammengebaut, worauf die aufgepumpten Schläuche befestigt wurden. Zu guter Letzt wurden die Flaschen mittels PU-Schaumstoff in mühevoller Kleinarbeit eingearbeitet

Im Grunde genommen keine allzu schwierige Sache, aber jeder, der einmal mit PU-Schaumstoff gearbeitet hat, weiß, dass es einfach dazu gehört danach eine Woche lang schwarze Hände zu haben.........und wenn man bedenkt, dass ein jeder einem Beruf nachgeht wo es unerlässlich ist saubere Hände zu haben, kann sich zusammen reimen wie das ist, wenn man den ganzen Tag schwer daran hat seine Hände zu verstecken.....nun ja, an dieser Stelle möchte ich noch eine Entwarnung los werden...wir hatten doch nicht die mysteriöse Handfäule.....


Sobald "Emma I" fertig gestellt war, wurden ihre stolzen 4m Länge und die 2m Breite mittels LKW in Wassernähe transportiert. Die überraschend erfolgreiche Jungfernfahrt wurde so ordentlich gefeiert, dass die Zollwache auf eine kurze Zwischeninspektion vorbei schaute...


Der absolute Höhepunkt im kurzen jedoch intensiven Leben der "Emma I" sollte die Teilnahme an der Kübelregatta, eine Regatta für Boote der Marke "Eigenbau", sein. Einige Wochenende wurden damit verbracht, "Emma I" und deren Besatzung startklar machen. Vor jedem Trainingslauf wurde der "Kübel" auf das Autodach eines Peugeot 204 geschnallt und direkt ans Wasser gefahren.....was immer wieder Massen von Schaulustigen anzog, die sogleich zum Abladen eingeteilt wurden.

Beim Start wurde "Emma I" zuerst von allen Konkurrenten nur müde belächelt, jedoch schon ein Probelauf war ausreichend um sie zum Schweigen zu bringen. Denn wie sich herausstellte, war das "Müllboot" nicht sehr groß aber umso robuster uns stabiler. All die großen "Kübel" hatten aufgrund des starken Wellengangs andauernd mit dem Gleichgewicht zu kämpfen, nicht so aber Emma I, sie hielt sich selbst tapfer über Wasser und Ihre Besatzung trocken.
Als Draufgabe erreichte man auch noch den hervorragenden fünften Platz.

Emma I starb am 31.August durch einen Baggerunfall auf einer Mülldeponie...das einzige was ewig bleiben wird, ist die Erinnerung und der Zusammenhalt der durch die ganze Organisation, Bauphase und die gemeinsamen Stunden auf hoher See gewonnen wurde.

BESATZUNG:

Press - Assistance: Desiree Breuss (19)
Capitain: Alexander Matt (20)
Fan-Assistance: Michaela Dietrich (21)
Navigator: Mario Badanjak (25)
Additional Slave and Photographer: Martin Heinz Kousek
Constructor: Betty Luger (22)

 

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