Das Dosierte Leben
 
Event-Archiv des Dosierten Leben Seite 1 2

   

 
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Die Lebende Dosis: Menschgewordene Comic-Figuren
(v.l.o.n.r.u.: Peter Höfer/Getarre; Jochen König/Gesinge;
Peter Straub/Geschlage; Werner Rabus/Getaste)

Am 4. und 5. August (Fr./Sa.) ist der in Mannheim lebende Künstler und Schriftsteller Jochen König, Herausgeber der Zeitschrift Das Dosierte Leben in Wilhelmsburg zu Gast.

Er ist eingeladen vom Kunstbüro Wilhelmsburg e.V., gleich zwei Jubiläen hier zu feiern: Zum einen das 10-jährige Bestehen der Zeitschrift, zum anderen die Edition der 50. Ausgabe von Das Dosierte Leben.

Die Zeitschrift fällt mit ihren sehr freien, teils themengebundenen Ausgaben, in denen Collagen, Gedichte, Zeichnungen, Erzählungen, theoretische Texte, Montagen u.ä. abgedruckt werden, aus dem Rahmen konventioneller Literatur- und Kunst-Magazine.

Am 4. August tritt im Rahmen der Feierlichkeiten die ebenfalls aus Mannheim stammende Band Die Lebende Dosis, die neben Jochen König aus den Mannheimer Künstlern Peter Straub aka Pit Dralon und Werner Rabus (Multimedia-Gigabyte-Kunst) sowie dem Odenwälder langhaarigen Gitarristen Peter Höfer besteht,auf. Die Lebende Dosis setzt Instrumente ein wie „Kinderschlagzeug, Xylophon, Papprohr, Eßbesteck, eine verstimmte Linkshänderakustikguitarre und ähnliche High-Tech-Sachen“.

Um dem event einen würdigen, spannenden, witzigen, weit gefassten Rahmen zu verleihen, werden weitere KünstlerInnen an den insgesamt 3 Veranstaltungen teilnehmen.

Am Freitag, den 4. August beginnen wir im SAGA-Gemeinschafts-RaumWeimarerstr. 87 gegen 17 Uhr. Da wir dort nicht den ganzen Abend bleiben können, geht es ab 21 Uhr weiter im SÜDBALKON, Veringstr. 154 (open end).

Samstag, den 5. August treffen wir uns ab 20 Uhr in der Buchhandlung Lüdemann, Fähr-str. 26 (open end).

Neben Musik-Darbietungenund –Improvisationen der Lebenden Dosis wird es

Literatur-Lesungen und Vorträge geben mit Jochen König, Kathrin Milan, Erich Heeder, Margret Köhler, Conny Bless, Alain Biber, Raimund Samson u.a.

Die Theater-Gruppe Wilhelmsburger Zuchtperlen möchte mit dem einen oder anderen Sketch erfreuen;

geplant ist ein Puppentheater-Auftritt des 12-jährigen Finn Blome(unterstützt von R. Samson und K. Milan);

der hinz&kunzt-Mitarbeiter Erich Heeder wird u.a. sein Buch „Wohnungslos?“ vorstellen,

Winfried Hellbach plant, ein paar Lieder zur Guitarre zu singen

& Janes Tashiro wird sein Akkordeon mitbringen.

Wir rechnen mit weiteren Künstler/LiteratInnen und sind offen für Interessierte, die mitmachen, mitfeiern möchten.

Der genaue Ablauf der Veranstaltungen kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht detailliert aufgelistet werden – in der 2. Junihälfte können wir konkrete Angaben machen.

Einige der genannten KünstlerInnen werden an ein oder zwei, einige auch an allen Veranstaltungen teilnehmen.

Vor den Jubiläumsfeierlichkeiten am 4. und 5. August wird es einen Kreativ-Workshop ge-ben am 1. August (Dienstag) von 14-20 Uhr im Gemeinschaftsraum der SAGA (Weimarerstr. 87). Das Thema (von Jochen König vorgegeben) lautet „Der Elefant im Por-zellanladen“. Die dabei entstehenden Zeichnungen, Gemälde, ollagen, Gedichte, Assem-blagen etc. werden einige Wochen später in einer Ausgabe von Das Dosierte Leben publiziert/ dokumentiert.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Interessenten werden gebeten, Farben, Papier u.a. andere Material selber mitzubringen.

Info/Kontakt: Raimund Samson, Kunstbüro Wilhelmsburg e.V., Tel. 040 / 753 23 00

Die Lebende Dosis – Stiefsöhne Mannheims

„Vier junge Männer, nett und schön,
als No-Fi-Band durchs Lande zieh’n,
beherrschen weder Noten noch Instrument,
doch bescheinigt man uns Fun-Talent.
Wir sind’s, Deine tägliche Dosis;
Wir sind’s, uns mag auch die Bankkauffrau Doris,
wir sind’s: Die Dosis, die lebt,
wir machen Musik, die in Euren Hirnen klebt.
Wir lieben Euch alle,
die Welt liebt uns (noch) nicht!“

(Auszug aus „Die Lebende Dosis-Hymne)

Am 4.8.1996 fanden sich in einer Wohnung in Mannheim-Rheinau vier Männer ein, um eine Musik-Cassette aufzunehmen: „Heimspiel“. Mit Smash-Hits wie „Set-zen Sie sich rich-tig rum hin!“, „Die Trommeln von Jericho“, „Schweinefleisch“, „Rabenland“ oder „Schwarzer Bär“ brachten sie die Koexistenz von absoluter Talentfreiheit im musikalischen Sinn und einer Begabung für Ohrwürmer und Mitsingtexte zu einer Nischenkultur der besonderen Art. Ihr größter Hit war „Heiratnicht!“, ein Kanon, der insbesondere live zu hypnotisch-bizarren Publikumsperformances wurde. Bis 1999 entstanden sage und schreibe 144 Stimmungshits, von denen Anfang 2000 die größten von der „Die Die Lebende Dosis Revivalband“ auf der CD „Nachspiel“ neu eingespielt wurden. Produzent war der in Heavy-Metal-Kreisen bekannte Michael „Paps“ Wiersch.

Der „zusammengewürfelte Haufen“ besteht aus:

 

Jochen König

Peter
Straub

Werner Rabus

Peter
Höfer

Funktion

Präsident

Vizepräsident

Vizepräsident

Pfützenpräsident

Instrument

Gesinge

Geschlage

Getaste

Getarre

Spicy Boy-
Faktor

Psychedelic Dose

Seventies Dose

Gothic Dose

Metal Dose

Lebensstil

Snob

Papagei

Tod

Holzfäller

Jahreszeit

Frühling

Sommer

Herbst

Winter

Himmels-richtung

Norden

Süden

Westen

Osten

Element

Wasser

Erde

Luft

Feuer

Nun betreten sie anlässlich des „Dosierten Wochenendes“ nach siebenjähriger Pause wieder eine Bühne (SÜDBALKON, Veringstr. 154) . Ohne die Zuhilfenahme von Elektrizität und einzig und allein mit „Instrumenten“, die sie auf der Fahrt von Mannheim nach Hamburg auffinden, werden sie ihre großen Hits aufführen. Freuen Sie sich auf ein „Installations-Performance-Happening“ mit verstimmten Linkshändergitarren, Kinderschlagzeug und Xylophon!

 

Das Dosierte Leben – Nischen, Visionen, Menschlichkeit, Philosophie und Lebensfreude

Zeitschriften gibt es wie Sand am Meer und auch Magazine, die sich ach so „independent“ gerieren oder sich „Untergrund“ auf die Fahnen geschrieben haben, sind doch letztlich oft austauschbar. „Das Dosierte Leben“ aus Mannheim, dessen 50. Ausgabe am 4. August 2006 auf den Markt kommt, macht da durchaus eine Ausnahme, wurden die jeweils 246 Hefte einer Ausgabe doch fast alle bald zu begehrten Sammlerobjekten.

Die Ausgabe 26 war ein Mail-Art-Projekt, in dem jeder Künstlerin und jedem Künstler je ein Buchstabe zugeordnet wurde, den es zu verherrlichen galt.

Ein andermal wurden die Mitwirkenden dazu aufgefordert, in ein Einzelhandelsgeschäft ihrer Wahl zu gehen und waren im Wert von exakt 6,12 Euro zu kaufen, den Kassenzettel als Teil einer Collage zu nehmen.

Ein Besuch beim Bürgermeister Pappenheims in Franken diente einzig und allein dazu, dass die Herausgeber des Dosierten Lebens hernach sagen konnten: „Wir kennen unsere Pappenheimer“ – eine eigene Ausgabe zeugt von dieser Visite mit offiziellem Bürgermeisterempfang.

Auch ein Skatspielabend wurde zu „Kunst“ erklärt, was dem Präsidenten des Deutschen Skatspeilverbandes ein eigenes Grußwort in der Ausgabe 32 wert war.

Die Ausgabe 33 erschien in dreieckiger Form.

Die Ausgabe 29 erschien als Getränkedose im Design der ersten Sex Pistols-LP „Never mind the Bollocks – here’s the Sex Pistols“ und wandelte diesen Slogan ab in „Niemals Schere Dich um Dadaismus – hier ist’s Dosierte Leben“.

Meist steht das Heft unter einem Metathema; hier waren schon mit „Dekonstruktion“ (Abbruchbirnen und Derrida) und „Alles=Nichts“ philosophische Themen dran. Wortspiele, Collagen, Briefe an Behörden und deren Antworten, Alliterationen, Anagramme, Palindrome, Gedichte über das Dichten, Dokumentationen über die jordanische Prinzessin Haya und das Land Burkina Faso (dorthin wird von der Zeitschrift auch regelmäßig gespendet!), Dickhäuterforschung, Vexiertexte, Kopiererkunst sind nur einige Instrumente der dosistischen Kunst. Als Service werden Bild-, Ton- und Texträger der „gehobenen Nischenkultur“ in einer vielbeachteten Beilage „Reh-Zensionen“ vorgestellt.

Die Ausgabe 50 widmet sich neben der runden Zahl den Themen „Science Fiction“, „Philosophie“ und natürlich „Dosieren“. Um „Dosieren“ geht es zuvorderst – „Manchmal macht es nur die Dosis!“ ist das Programm und „Dosismus“ heißt die Kunstrichtung in der Weiterentwicklung des Dadaismus; eine Kunstrichtung, die auf den „künstigen Moment“ abhebt, den ein jeder Mensch im Leben habe. Wenn der da ist, will „Das Dosierte Leben“ zur Stelle sein und zum Mitmachen einladen…

Mit 6,12 Euro ist der Preis für eine einzelne Ausgabe sehr hoch, was dem „Knappheitskult für Kenner“ Rechnung tragen soll – schließlich spreche man ja die „nonkonformistischen Hedonisten“ an. Im Abo kostet das Heft ungleich weniger und wenn Sie eine besonders hohe Lebenserwartung haben, so können Sie das „Lebensabo“ für 612 Euro abschließen…

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Presseberichte:
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